
Irgendwie und Sowieso: Effendi (Robert Giggenbach) beim Fensterln
Hanna (nicht im Bild): „Wenn’sd euwei zum Fenster reisteigst, schmeiß i di naus!“
Effendi: „Wie mechst mi denn nausschmeiß’n wennst mi gar nimma rei lasst, des is doch a Schmarrn, des sigst doch seiba Hanna, oder …?!“
In den 1970ern und 1980ern produzierte der Bayerische Rundfunk wirklich herausragende TV-Serienperlen, die man im heutigen Zeitalter von Daily-Soaps, Talk-Shows und Unterschichten-Castings postum noch mit Preisen überhäufen müsste. „Münchener G’schichten“, „Löwengrube“ oder der „Monaco Franze“ sind nur einige wenige dieser Fernseh-Schätze. Die Kultigste von allen war in meinen Augen jedoch die 1986 gedrehte Fernsehserie „Irgendwie und Sowieso“. Die Serie spielt anno 1968 in der Gegend um Ebersberg (in Oberbayern) und erzählt unter anderem die Geschichte vom Holzfabrikanten Martin Binser (Toni Berger), dem Bauerssohn und Musik-Fan Alfons „Sir Quickly“ Kerschbaumer (Ottfried Fischer), vom Automechaniker und Grünallergiker Josef „Sepp“ Gruber (Elmar Wepper), der Fuhrunternehmens-Tochter und Sir Quicklys großer Liebe Kristl Burger (Olivia Pascal), der Gräfin und Königin der Nacht (Barbara Rudnik), Sepps Freundin Charly (Hannelore Elsner) und dem Fastabiturienten und Oberg’scheithaferl Gerhard „Effendi“ Tauber (Robert Giggenbach). Zur ganzen Geschichte rund um „Irgendwie und Sowieso“ wird es auf Wortgef(l)echt noch zu einem späteren Zeitpunkt ein ausführliches Special geben. Heute picken wir uns aus gegebenen Anlass erstmal einen der Hauptdarsteller heraus, weil er am 11. Juli 2009 genau 55 Jahre alt wird: Herzlichen Glückwunsch an Robert Giggenbach!
Zur Welt kommt Robert Giggenbach am 11. Juli 1954 in München. Zunächst begeistert er sich mehr für Musik als für die Schauspielerei und so absolviert er erst mal ein Klavierstudium. Danach, von 1976 bis 1979 besucht Robert Giggenbach die Otto-Falckenberg-Schule in München - eine „Fachakademie für Darstellende Kunst“, oder auch kurz: Schauspielschule. Neben Robert Giggenbach lehrte die Otto-Falckenberg-Schule unter anderem auch Mario Adorf, Ruth Drexel, Günther Maria Halmer, Jörg Hube, Joachim Krol, Michael Lerchenberg, Tobias Moretti, Götz Otto, Katja Riemann, Walter Sittler, Erol und Otto Sander sowie Gisela Schneeberger die „Darstellende Kunst“. Reichlich prominente Schulabgänger also, vor allem aus dem süddeutschen Raum. Doch ausgerechnet Robert Giggenbach zieht es nach Bochum ans hiesige Schauspielhaus – dort spielt er von 1979 bis 1986. Schließlich ruft aber doch wieder die Heimat, oder besser gesagt der Regisseur Franz Xaver Bogner, der 1986 für seine neue Fernsehserie „Irgendwie und Sowieso“ einen vermeintlich intellektuell dreinblickenden Mimen sucht und so findet er Robert Giggenbach für die Rolle des Gerhard Tauber – oder besser bekannt als Effendi.
Nach seinem Durchbruch als Fernsehschauspieler sieht man Robert Giggenbach noch in zahlreichen weiteren Film- und Serien-Produktionen, unter anderem in „Zur Freiheit“ (ebenfalls eine Serie von Franz Xaver Bogner), „Die schnelle Gerdi“ (Serie mit Senta Berger) oder auch in Gastrollen beim “Tatort“, “Der Bulle von Tölz“ (mit Ottfried Fischer und Ruth Drexel), „Die Rosenheim-Cops“, dem „Cafe Meineid“ und sogar im Komödienstadl. Mittlerweile ist Robert Giggenbach vor allem als Theater-Regisseur an diversen deutschsprachigen Theatern aktiv.
© Andy Ilmberger, Juli 2009
Und zum Abschluss noch ein Rausschmeißer-Zitat von Effendi, nach dem er versucht, mit Sepp (Elmar Wepper) die Ursachen für die Bus-Karambolage zu erörtern: „Auf amoi is enga word’n, gei?!“

Sepp und Effendi stellen irgendwie fest, dass man bei Bus-Rennen sowieso immer zu viel riskiert...






