„Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern. Keiner wankt…. Schäfer nach innen geflankt – Kopfball – abgewehrt – aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt! – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tor für Deutschland… Drei zu zwei für Deutschland, fünf Minuten vor dem Spielende… Aus! Aus! Aus! – Aus! – Das Spiel ist aus! – Deutschland ist Weltmeister, schlägt Ungarn mit drei zu zwo Toren im Finale in Bern!“
Herbert Zimmermann, Radio-Moderator beim Fußball-WM-Endspiel 1954 in der Schweiz zwischen Deutschland und Ungarn in Berner Wankdorf-Stadion. Die vollständige Schlussmoderation gibt’s unten im Text.

Die frisch gebackenen Weltmeister Fritz Walter und Sepp Herberger nach dem "Wunder von Bern" 1954
Die Bundesrepublik Deutschland feiert dieses Jahr ihren 60. Geburtstag. Die offizielle Geburtsstunde des deutschen Staates fand demnach am 23. Mai 1949 mit Inkrafttreten der deutschen Verfassung sowie der Anerkennung durch die westlichen Siegermächte des Zweiten Weltkrieges von 1945 statt. Doch die wahre Geburtsstunde unserer Republik, quasi die Wiederauferstehung eines ausgehungerten, seelisch demoralisierten und völlig zerbombten Deutschlands geschah fünf Jahre später am 4. Juli 1954. Es ereignete sich auch nicht in Berlin, Hamburg oder München, sondern auf neutralem Boden in der Schweiz, genauer gesagt in Bern. Und es passierte eben nicht auf politischer Ebene zwischen Politikern, Besatzern und Wirtschaftsgrößen, sondern auf dem Fußballplatz. Damals, als der bis dato sportlich absolut unbedeutende Fußballzwerg Deutschland das schier übermächtige und seit mehr als vier Jahren ungeschlagene Ungarn im WM-Endspiel in Bern mit 3:2 besiegte. Mit dem Sieg über Ungarn gewann Deutschland nicht nur eine Fußball-Weltmeisterschaft, es gewann viel mehr – es gewann sein Selbstwertgefühl wieder zurück: Deutschland war plötzlich wieder wer. Nicht wenige Historiker glauben zu wissen, dass „Das Wunder von Bern“ das deutsche Wirtschaftswunder erst ermöglichte. Nun, zumindest stand dieses Fußballwunder am Anfang der deutschen Wiederauferstehung, damals vor genau 55 Jahren. Deshalb hier noch mal ein kleiner WM-Rückblick, natürlich mit dem Endspiel zwischen Deutschland und Ungarn im Mittelpunkt.
16. Juni 1954: die Fußball-WM in der Schweiz beginnt
Zur WM 1954 darf Deutschland erstmals wieder seit dem Zweiten Weltkrieg von der FIFA aus bei einem internationalen Turnier mitspielen. Und die Mannen um den damaligen Bundestrainer Sepp Herberger reisen als absoluter Außenseiter zu den Eidgenossen. In der Heimat zeigen die Menschen zunächst auch wenig Interesse für das Rumgekicke im Nachbarland. Die Leute haben einfach andere Sorgen: Aufbau der zerbombten Städte, Wiedereingliederung der zumeist verstörten und erkrankten Kriegsheimkehrer und vor allem schlicht und einfach was zu Essen beschaffen. Die mediale Infrastruktur erscheint zu dieser Zeit ebenfalls alles andere als flächendeckend. Gerade mal 20.000 Fernseher dürften bis zu Anfang der WM auf die ganze Republik verteilt sein, der Rest hört – wenn überhaupt – Radio. Zudem scheinen die Gewinnaussichten für Fritz Walter, Helmut Rahn, Toni Turek und Co ohnehin gleich Null, warum sich also mit noch einer aussichtslos zermürbenden Geschichte belasten. Von Sommermärchen und Fußball-Euphorie jedenfalls gibt es im Lande Mitte Juni 1954 nichts zu spüren.
Ortswechsel in die Schweiz: Neben Gastgeber Schweiz und dem amtierenden Weltmeister Uruguay nehmen 14 weitere Länderteams teil, die sich zuvor erst mal durch entsprechende Qualifikationsspiele quälen mussten. Darunter der Top-Favorit Ungarn, die Mitfavoriten Italien, Brasilien, England und Österreich sowie als einer der krassen Außenseiter Deutschland. Ähnlich wie heute auch setzt die FIFA zur Vorrunde zwei vermeintliche Top-Teams für jede der damaligen vier Gruppen als Gruppenkopf und verteilt dann das laufende Kanonenfutter per Los den Favoriten zu. Kanonenfutter Deutschland trifft gleich in der Vorrunde auf den größten Titelanwärter Ungarn sowie auf die ebenfalls gesetzten Türken. Gegen Letztere muss Deutschland dann auch gleich im ersten Spiel ran und sie fegen die Osmanen glatt mit 4:1 weg. Natürlich nimmt das Volk trotz aller Probleme dieses Ergebnis erfreut zur Kenntnis, versammelt sich zum Spiel um die wenigen TV-Geräte in den Kneipen, Schaufenstern oder ums heimische Radio. Doch mit dem zweiten Gruppenspiel gegen Ungarn erstickt die vorsichtig aufblühende Euphorie noch im Keim. Deutschland verliert gegen den WM-Favoriten mit 3:8 – ein Debakel! Dabei ist diese Niederlage der erste geniale Schachzug von Sepp Herberger auf dem Weg zum möglichen WM-Titel. Denn wohl wissend, gegen Ungarn ohnehin kaum Chancen zu haben, schickt er lediglich ein besseres B-Team auf den Platz, um seine Leistungsträger für ein weiteres Gruppenspiel zu schonen. Immerhin schafft die deutsche B-Elf drei Tore gegen Ungarn, diese Leistung kann nur die deutsche A-Elf wenig später in diesem Turnier wiederholen…

Die "Helden von Bern" noch in geordneter Aufstellung
Der Turniermodus will es so, dass das Spiel um den Einzug ins Viertelfinale nochmals gegen die Türken stattfindet, die ein gut ausgeruhtes DFB-Team mit einem souveränen 7:2 heim an den Bosporus schickt. Das Viertelfinale gegen Jugoslawien ist erreicht. Doch auch gegen die Balkan-Kicker betreten die DFB-Jungs als Außenseiter den Platz. Und nur ein Eigentor in der Anfangsphase sowie ein vorbildlich abgeschlossener Schlusskonter durch Helmut Rahn fünf Minuten vor Spielende sichern den 2:0 Sieg und somit den Einzug ins Halbfinale. Dazwischen liegen über 75 Minuten Abwehrschlacht der deutschen Elf mit einem schier unüberwindbaren Toni Turek im Kasten. Viel Zeit zum Jubeln bleibt der Mannschaft allerdings nicht. Im Halbfinale wartet Österreich als haushoher Favorit auf das DFB-Team. Nur an diesem Tag bekommen die Alpen-Kicker eine echte Lektion erteilt. Ein schnelles Führungstor durch Hans Schäfer und ein wieder einmal unbezwingbarer Toni Turek im deutschen Tor zermürbt schnell die Moral der Österreicher, zumal diese auch noch eine wahre Hitzeschlacht gegen die Schweiz in den Knochen haben. Am Ende verliert der Favorit haushoch mit 1:6 und Deutschland steht sensationell im WM-Finale.
Die letzten drei Siege sorgen in der Heimat nun doch für ein rasant steigendes Fußballfieber. Plötzlich leeren sich innerhalb von zwei Wochen alle Lager der Fernseh- und Rundfunk-Geschäfte, die Deutschen wollen jetzt bis zum Ende mit ansehen oder wenigsten hören, was ihre Jungs in der Schweiz noch erreichen können. Einzige Euphoriebremse ist der wartende Gegner des Teams mit dem Adler auf der Brust – Ungarn, mit den damaligen Weltstars Ferenc Puskás und Nándor Hidegkuti, gegen die man in der Vorrunde schon mit 3:8 unterlag. Andererseits haben Sepp Herberger und seine Jungs im Finale absolut nichts zu verlieren. Ungarn ist zum Zeitpunk des Endspieles als Weltmeister 1954 eigentlich fest gebucht. Die Magyaren schmissen den amtierenden Weltmeister Uruguay mit 4:2 aus dem Turnier, sind seit über vier Jahren und 31 Spielen (bei 27 Siegen) ungeschlagen und gewannen ganz nebenbei vor zwei Jahre bei den Olympischen Spielen in Helsinki die Goldmedaille. Lediglich die Höhe des ungarischen Sieges über Deutschland benötigen die Offiziellen und Presseleute eben noch für die Statistik.
4. Juli 1954: Das WM-Finale Deutschland gegen Ungarn

Vor Anpfiff des WM-Finales 1954 lachte der ungarische Kapitän Ferenc Puskás noch siegessicher mit Fritz Walter mit, schließlich hatten sie ja das Vorrundenspiel locker mit 8:3 gewonnen...
Und genau so furchterregend wie die ungarische Statistik beginnt dieses Endspiel dann auch. Das Wetter ist mies, es regnet seit nachmittags in Strömen. Zwar wettert der deutsche Bundestrainer etwas von Fritz-Walter-Wetter und dass auf nassem Boden eher die typischen deutschen Tugenden wie Kampf und Laufbereitschaft zum tragen kommen – und weniger die ungarische Filigrantechnik. Doch es dauert gerade mal acht Spielminuten, da liegt die deutsche Mannschaft durch Tore von Ferenc Puskás und Zoltán Czibor mit 0:2 zurück. Noch während die zuvor so euphorischen Menschen in der deutschen Heimat ihre Hand bereits völlig frustriert zum Ausschalter ihrer Empfangsgeräte führen, erzielt Max Morlock in der 10. Spielminute den Anschlusstreffer zum 1:2. So etwas wie Hoffnung keimt wieder auf, sowohl daheim als auch beim Trainer Sepp Herberger und den etwa 30.000 mitgereisten deutschen Fans im Berner Wankdorf-Stadion. Insgesamt versammeln sich übrigens rund 65.000 Zuschauer im Wankdorf-Stadion, und die reiben sich allesamt überrascht die Augen, als Helmut Rahn nach einer Ecke von Fritz Walter in der 19. Minute zum 2:2 ausgleicht. Mit diesem Ergebnis verziehen sich die Mannschaften dann auch in die Halbzeitpause. Bis dahin steht zumindest schon mal eines fest: am heutigen Tage ist Deutschland kein Kanonenfutter für die Ungarn. Deutschland spielt hervorragend mit, wenngleich Ungarn trotzdem mehr Torchancen herausarbeitet. Doch dafür ist Deutschland ja auch der Underdog.
Aber der Druck der Ungarn nimmt in der zweiten Halbzeit weiter zu, lässt der deutschen Hintermannschaft keine Zeit, um durchzuschnaufen. Das Torgebälk rettet ein ums andere Mal den Deutschen das Unentschieden und Werner Kohlmeyer kratz den Ball sogar einmal von der Linie. Außerdem hütet den deutschen Kasten immerhin ein wahrer Fußballgott: Toni Turek. Er hält in der zweiten Halbzeit einfach alles, inklusive der schier Unhaltbaren. Und selbst bei einem gezielten Volley-Schuss aus sieben Metern erweist sich Toni Turek als unüberwindbar, weshalb ihn Herbert Zimmermann kurzerhand für Himmel und Hölle gleichermaßen empfiehlt: „Turek, Du bist ein Teufelskerl – Turek, Du bist ein Fußballgott!“
Egal, ob Toni nun göttlichen Beistand oder einen Pakt mit dem Teufel hatte, er hielt seine Vorderleute im Spiel. Und dann kam jene 84. Spielminute, die Herbert Zimmermann mit der berühmtesten Sport-Moderation aller Zeiten für die Nachwelt verewigte:

Deutscher Torjubel nach dem 3:2 von Helmut Rahn gegen die Ungarn
„Sechs Minuten noch im Wankdorf-Stadion in Bern. Keiner wankt. Der Regen prasselt unaufhörlich hernieder. Es ist schwer, aber die Zuschauer, sie harren nicht aus, wie könnten sie auch! Eine Fußballweltmeisterschaft ist alle vier Jahre, und wann sieht man ein solches Endspiel, so ausgeglichen, so packend – jetzt Deutschland am linken Flügel durch Schäfer, Schäfers Zuspiel zu Morlock wird von den Ungarn abgewehrt, und Bozsik, immer wieder Bozsik, der rechte Läufer der Ungarn, am Ball. Er hat den Ball – verloren diesmal, gegen Schäfer, Schäfer nach innen geflankt – Kopfball – abgewehrt – aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen – Rahn schießt! – Tooooor! Tooooor! Tooooor! Tooooor! …“
„Tor für Deutschland – Linksschuss von Rahn, Schäfer hat die Flanke nach innen geschlagen, Schäfer hat sich gegen Bozsik durchgesetzt. Drei zu zwei für Deutschland, fünf Minuten vor dem Spielende. Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt, ich glaube, auch Fußballlaien sollten ein Herz haben, sollten sich an der Begeisterung unserer Mannschaft und an unserer eigenen Begeisterung mitfreuen und sollten jetzt Daumen halten. Viereinhalb Minuten Daumenhalten in Wankdorf, drei zu zwei für Deutschland nach dem Linksschuss von Rahn, der flach im linken Eck einschlug.“
Und weiter Herbert Zimmermann zu den dramatischen Schlussminuten des WM-Finales:

Ferenc Puskás als fairer Verlierer bei Fritz Walter - das Lachen ist ihm allerdings vergangen...
„… ist denn das möglich, dieser Siebenmeterschuß? Es ist wahr, unser Toni hat ihn gemeistert und die 45. Minute ist vollendet, es kann nur noch ein Nachspiel von einer Minute sein. Deutschland führt drei zu zwei im Endspiel der Fußballweltmeisterschaft, aber es droht Gefahr, die Ungarn auf dem rechten Flügel – jetzt hat Fritz Walter den Ball über die Außenlinie ins Aus geschlagen. Wer will ihm das verdenken? Die Ungarn erhalten einen Einwurf zugesprochen, der ist ausgeführt, kommt zu Bozsik – Aus! Aus! Aus! – Aus! – Das Spiel ist aus! – Deutschland ist Weltmeister, schlägt Ungarn mit drei zu zwo Toren im Finale in Bern! … Nach diesen 30 Sekunden, die Sie dem Reporter verzeihen müssen – ja, bitte, müssen, denn Sie können sich nicht vorstellen, was hier los war – wollen wir versuchen, in normaler Lautstärke und einigermaßen ruhig, Ihnen das weitere Geschehen hier zu schildern. Hundert, zweihundert Fotografen auf dem Spielfeld, Angehörige der Schweizer Armee bilden mit einem Seil ein Karree. Die deutsche Mannschaft, Weltmeister 1954!, ist vollkommen im Mittelpunkt der Ovationen – daneben stehen die Ungarn, die Ungarn, ruhig, gesammelt, ein Kompliment für diese Jungens die großartig verlieren können.“
Nach dem Spiel ist vor dem Wirtschaftswunder
Ob die ungarische Mannschaft tatsächlich so großartig und fair verlieren konnte oder ob diese Niederlage für sie einfach nur unfassbar war, lässt sich heute nicht mehr klären. Hätten sie vermutlich geahnt, welche Folgen und Hetzjagden diese Pleite im WM-Finale nach sich zieht, die Puszta-Burschen wären vermutlich gar nicht mehr nach Hause gefahren. Das unter kommunistisch eiserner Härte regierte Magyarenvolk lenkte sich seit der anhaltenden Siegesserie 1950 mit ihren Fußballern von den Schikanen der Machthaber ab. Doch mit der Niederlage der „Unbesiegbaren“ rissen auch in Ungarn alle Dämme und die Menschen stürmten zu Hunderttausenden randalierend auf die Straßen und ließen an Schaufenstern und Fahrzeugen ihre Zerstörungswut aus. Die ungarischen Spieler selbst wurden nach ihrer Rückkehr wegen Hochverrat verhört und schikaniert, ihre Verwandten verloren reihenweise ihre Arbeit. Wer irgendwie konnte, floh baldmöglichst in den Westen. Für Ungarn war diese 2:3 Niederlage ein Volkstrauma, von dem sich das Land bis heute nicht erholte…

Die Menschen beglückwünschen die Weltmeister auf jedem Bahnhof, den der WM-Zug passiert
Anders natürlich das Bild in Deutschland. Das ganze Land befindet sich nach der gewonnenen Weltmeisterschaft im Freudentaumel. Sogar die Volksbrüder drüben in der DDR feierten den deutschen Sieg, obwohl sie aus parteipolitischer Sicht offiziell den Ungarn die Daumen drücken mussten… Die deutsche Mannschaft selbst tritt am Morgen des 5. Juli in einem extra dafür hergerichteten „Weltmeisterzug“ einen zweitägigen Siegeszug von Bern nach München an. An jedem kleinen Bahnhof warten die Leute auf ihre „Helden von Bern“ um sie ausgelassen zu feiern. Die regelmäßig einstudierten Empfangszeremonien gehen zumeist in den Jubelschreien der Leute unter. Erst nach rund 36 Stunden Fahrt kommt der Weltmeisterzug mit den Berner Helden in München an, wo ihnen der Münchner Oberbürgermeister Wimmer einen feierlichen Empfang mit anschließendem Festmahl im Münchner Löwenbräukeller bereitet.
Ob nun „Das Wunder von Bern“ tatsächlich das deutsche Wirtschaftswunder auslöste, mögen Fußball-Banausen in Frage stellen und Fans vehement bejahen. Wie dem auch sei. Auf jeden Fall ist „Das Wunder von Bern“ das erste Glanzlicht in der noch jungen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland.
© Andy Ilmberger, Juni 2009

Die "Helden von Bern" nach dem "Wunder von Bern" anno 1954
Zum Gedenken an die WM-Helden von Bern hier noch mal die Aufstellung des WM-Finales vom 4. Juli 1954 sowie ein wunderschönes Erinnerungs-Video:
Tor:
Toni Turek (* 18. Januar 1919 in Duisburg, + 11. Mai 1984 in Neuss) ist Torwart bei Fortuna Düsseldorf und mit 35 Jahren der älteste Spieler der „Helden von Bern“. Er überzeugt auf dem Platz durch Charisma und übermenschlichem Reaktionsvermögen. Der Reporter Herbert Zimmermann erklärt ihn kurzerhand zum Fußballgott und Teufelskerl gleichzeitig.
Abwehr:
Josef „Jupp“ Posipal (* 20. Juni 1927 in Lugoj/Rumänien, + 21. Februar 1997 in Hamburg) ist Verteidiger beim Hamburger SV und erkämpft sich erst durch sein starkes Kopfballspiel und der perfekten Abstimmung mit Werner Liebrich im Laufe des Turniers einen Stammplatz.
Werner Kohlmeyer (* 19. April 1924 in Kaiserslautern, + 26. März 1974 in Mainz) ist Verteidiger beim 1. FC Kaiserslautern und spielt im WM-Endspiel häufig den Retter in letzter Not im Strafraum oder gar erst auf der Torlinie – schaltet zudem Ungarns Stürmer Zoltán Czibor fast komplett aus.
Werner Liebrich (* 18. Januar 1927 in Kaiserslautern, + 20. März 1995 in Kaiserslautern) ist Verteidiger beim 1. FC Kaiserslautern und der Chef in der DFB-Abwehr. Wächst im Endspiel über sich hinaus und geht dank seiner Kopfballstärke als „Turm in der Schlacht“ in die Geschichte ein.
Mittelfeld:
Horst Eckel (* 8. Februar 1932 bei Kaiserslautern) ist Flügelflitzer beim 1. FC Kaiserslautern und mit 22 Jahren der jüngste Spieler im DFB-Team. Bekommt aufgrund seiner Schnelligkeit den Spitznamen „Windhund“ und bringt im Finale den ungarischen Spielmacher Nándor Hidegkuti zur Verzweiflung.
Karl Mai (* 27. Juli 1928 in Fürth, + 15. März 1993 in Fürth) ist Linksaußen bei der SpVgg Fürth, verschuldet zwar das 0:1, lässt aber dafür dem torgefährlichen Ungarnstürmer Sandor Kocsis unter seiner Obhut keinen Stich.
Max Morlock (* 11. Mai 1925 in Nürnberg, + 10. September 1994 in Nürnberg) ist Mittelfeldspieler beim 1. FC Nürnberg. Spielt sich während der WM als unermüdliche Kämpfernatur in den Vordergrund und leitet im Finale mit dem Anschlusstreffer zum 1:2 in der 10. Minute die Wende ein. Mit sechs Treffern bei der WM 1954 ist er der erfolgreichste deutsche Torschütze.
Fritz Walter (* 31. Oktober 1920 in Kaiserslautern, + 17. Juni 2002 bei Kaiserslautern) ist Mittelfeldspieler beim 1. FC Kaiserslautern und in der Nationalmannschaft Kapitän, Spielmacher, Vorbild und verlängerter Arm des DFB-Trainers Sepp Herberger zugleich. Schlägt im Finale die Ecke zum 2:2-Ausgleichstreffer. Spielt technisch exzellent und gilt als einer der besten Spieler seiner Zeit.
Angriff:
Ottmar Walter (* 6. März 1924 in Kaiserslautern) ist Mittelstürmer beim 1. FC Kaiserslautern und der Bruder von Fritz Walter. Überzeugt das gesamte Turnier durch Kopfballstärke, ein enorm hohes Laufpensum und zahlreiche Torvorlagen.
Hans Schäfer (* 19. Oktober 1927 in Köln) ist linker Stürmer beim 1. FC Köln. Im WM-Endspiel hält er durch seine Schnelligkeit oftmals mehrere ungarische Spieler gleichzeitig auf Trapp. Seine Flanke leitet 6 Minuten vor Spielende das 3:2 für Deutschland ein.
Helmut Rahn (* 16. August 1929 in Essen, + 14. August 2003 in Neuss) ist Stürmer bei Rot-Weiss Essen. Gilt als begnadeter und schussgewaltiger Techniker, leistet sich aber auch reichlich Eskapaden abseits des Fußballplatzes – quasi ein Mario Basler der 1950er. Mit dem 3:2 im WM-Finale schießt er sich selbst zur lebenden Legende und setzt sich ein Denkmal für die Ewigkeit.







Tolle Geschichte!! Und toller Anlass!!
Übrigens: noch eine Premiere gab es im Zuge dieser WM. Als die deutsche Nationalmannschaft am 6. Juli 1954 endlich in München ankam, fuhren sie im Auto-Korso durch die Innenstadt. Dieser war der erste Auto-Korso der jungen Republik. Ein Glück für die Fans, dass sich dieses traditionelle Hup-Konzert bis heute bewahrt hat. Nur damals dürfte die Münchner Leopoldstraße bestimmt noch nicht für eine viertel Million feierlustiger Fans gesperrt worden sein. 
Liebe Grüße