
Michael Jacksons Album "Thriller" gilt als das meistverkaufte der Welt
Am Donnerstagnachmittag um 14:26 Ortszeit in Los Angeles verstarb der King of Pop im Alter von nur 50 Jahren an einem (so genannten) Herzstillstand. Die Popwelt betrauert zu Recht eine der letzten wirklichen Pop/Rock-Ikonen. Immerhin leben wir mittlerweile in einer Zeit, wo Pop-Karieren kaum länger halten, als die Werbekampagne des für das Casting verantwortlichen Senders läuft. Letzte feste Größen aus dem Pop-Business wie Billy Joel, Paul McCartney oder Madonna altern uns zusehends weg oder begeben sich auf UFO-Jagd, wie etwa Robbie Williams. Da schmerzt so ein scheinbar unnützer Tod eines echten Top-Stars doppelt, zumal er doch erst kürzlich noch mal ein Comeback in Aussicht stellte.
Andererseits, so fürchte ich zumindest, kann Michael Jackson durch seinen Tod nur gewinnen. Frei nach dem Motto „Nur die besten sterben jung!“ macht er das, was ein wahrer King eben tun muss: er beendet sein mühseliges und unglückliches Leben und tauscht es ein gegen einen mythenbehafteten Sonnenplatz im Pop-Himmel, gleich neben King Elvis, John Lennon, Jim Morrison und Falco. Und der Pop-Himmel gleicht tatsächlich einem Paradies auf Erden. Eskapaden, Macken, Hautbleichungs-Behandlungen und sogar die Verdachtsmomente auf Kindesmisshandlung verblassen mit der Zeit, bis sie schließlich gänzlich aus unserer Erinnerung verschwinden. Heroische Taten wie die Erfindung des Moonwalk, das beste Musikvideo der Popgeschichte mit dem Titel Thriller sowie dem gleichnamigen Album, welches weltweit das meistverkaufteste überhaupt ist und praktisch nur aus Singleauskopplungen besteht, finden ihren Glanz mit den Jahren immer weiter aufpoliert. Wir werden diesen Glanz noch weiter aufpolieren, stets auf der Suche nach echten Helden, und doch finden wir zumeist nur die Toten, idealisiert in unserem Kopf und frei von aktuellen Missetaten.
Dabei muss ich zugeben, dass ich eigentlich nie ein großer Michael-Jackson-Fan war. Zu seiner Glanzzeit in den 1980er Jahren zierten andere Poster meine Wand und auf dem Plattenteller lief bevorzugt englischer Wave-Pop. Damals fand ich den Hype sogar eher etwas überzogen und nervig, sodass ich mir bis heute schon fast aus Prinzip keine Scheibe von ihm zulegte. Er genoss meinen Respekt, nicht aber meine Gunst. Doch heute am Tag seines Todes, wo der Radio all seine Hits von „Bad“, „Man In The Mirror“ bis „Earthsong“ und so weiter nochmals rauf und runter spielt, stelle ich fest, dass er doch ein ziemlich genialer Songschreiber war, dass die 80er ohne ihn trotz meines Desinteresses nicht die selbe coole Epoche gewesen wäre, und dass ein Musiker seiner Qualität vermutlich nicht mehr geboren oder zumindest kaputt gecastet wird. Vielleicht sollte ich heute doch mal losziehen, um das versäumte endlich nachholen: Ein Album von Michael Jackson kaufen! Und beim Anhören von Thriller und Co. wird es Zeit für mich, ihn entsprechend zu würdigen als das, was er in erster Linie war – ein um die Nase etwas zu blass geratener Vollblut-Musiker. Ich denke mal Jacko, Dein Platz im Pophimmel dürfte Dir sehr sicher sein.
© Andy Ilmberger, 26. Juni 2009







Er hat das Musikverständnis einer ganzen Generation geprägt. Möge er in Frieden ruhen!
…ich habe das Gefühl, alle sterben grade nur so weg,…
Auch in meinem privaten Umfeld musste ich das die letzten zwei Wochen zwei mal feststellen,…
Ruhe in Frieden Jacko,… bleibt da nur noch zu sagen,…
Paul McCartney wird noch lange leben, denn er wird von den Eliten unterstützt.
Leider war ich in den 80ern zu jung, um zu begreifen, was für eine faszinierende und schillernde Persönlichkeit und zugleich ein begnadeter Musiker Michael Jackson war. Mein Bild von Jacko war geprägt durch meine Jugendzeit in den 90ern, in der er – gebeutelt von News über Schönheits-OPs und Gerichtsprozesse – mich selbst mit dem Earthsong nicht überzeugen konnte. Doch mit seinem Tod ist all das vergessen und im Vordergrund stehen überragende Songs, die wohl Kultstatus haben werden, so lange wir denken können. Möge er seine letzte Ruhe finden im Pop-Himmel…und in unseren Herzen.