„Turek, Du bist ein Teufelskerl – Turek, Du bist ein Fußballgott!“ - Herbert Zimmermann, legendärer Radiomoderator des WM-Endspiels 1954 beim „Wunder von Bern“, dem 3:2 Sieg Deutschlands gegen den damals haushohen Weltmeisterschafts-Favoriten Ungarn über den deutschen Nationaltorhüter Toni Turek (* 18. Januar 1919, † 11. Mai 1984).

Toni Turek, der Fußballgott (* 18. Januar 1919, † 11. Mai 1984) - Deutscher Nationaltorhüter 1954 beim "Wunder von Bern"
Deutsche Torhüter waren seit jeher eine Extraklasse für sich: egal ob in den 1990- und 2000ern der Titan Oliver Kahn, in den 1980ern der Brutalo-Poet Toni Schumacher oder in den 1970ern der Spaßvogel Sepp Maier – alle waren sie echte Typen und zwischen den Pfosten die Fußballgötter ihrer Zeit. Einen weiteren Fußballgott – und dies sogar nachweislich und akustisch belegt – gab es bereits in den 1950ern. Sein Name war Toni Turek, er flog durch den Strafraum wie ein Adler und hatte auch dessen Augen. Beim Fußball-Weltmeisterschaftsfinale in Bern zwischen dem Nachkriegs-Fußballzwerg Deutschland und dem seit über vier Jahren und 32 Spielen ungeschlagenen Fußballriesen und amtierenden Olympiasieger (1952) Ungarn hielt Toni Turek mit seinen Paraden in der zweiten Halbzeit und vor allem in den Schlussminuten nach Helmut Rahns 3:2 in der 84. Minute den WM-Sieg fest in Händen. Unter diesem Link könnt Ihr übrigens alles Wissenswerte lesen zur WM 1954 und natürlich über das „Wunder von Bern“ sowie die „Helden von Bern“.
Die Demut eines Fußballgottes
Zur Welt kommt Anton „Toni“ Turek am 18. Januar 1919 in Duisburg. Von Kind an begeistert sich der kleine Toni für den Sport rund ums aufgepumpte Schweinsleder, spielt zunächst beim Duisburger Sportclub und später beim TuS Duisburg. Als Jugendlicher erlernt Toni Turek das Bäckerhandwerk und hütet nebenbei das Tor der Eintracht aus Frankfurt und von TSG Ulm 1846. Anfang der 1950er wechselt der Keeper dann zu Fortuna Düsseldorf und nach der WM 1954 zu Borussia Mönchengladbach, wo er 1956 seine aktive Laufbahn beendet.
Seine Karriere als Nationaltorhüter beginnt erst im Alter von 30 Jahren. Die FIFA verbannte Deutschland am 22. November 1942 wegen des Zweiten Weltkriegs aus dem internationalen Fußballverband. Erst acht Jahre später kommt es genau am 22. November 1950 zum ersten Länderspiel Deutschlands. Beim 1:0-Sieg gegen die Schweiz gab Toni Turek das höchstaltrige Debüt eines Nationaltorhüters in der deutschen Fußballgeschichte. Insgesamt bestreitet Toni Turek 20 Länderspiele, darunter die für das Nachkriegs-Deutschland so bedeutungsvolle Fußball-Weltmeisterschaft 1954 in der Schweiz, wo es zu den oben beschriebenen Szenen und zum wohlbekannten „Wunder von Bern“ für die deutsche National-Mannschaft kommt.
Heutzutage könnte sich ein deutsches Torwart-Idol mit Weltmeistertitel auf seiner Vita bis zum Lebensende als Werbeträger und TV-Experte durchhangeln. Jobs, die damals noch wenig ausgereift waren. Und als WM-Prämie bekamen die Helden von Bern lediglich 2.500 Mark, einen Motorroller, einen Fernseher sowie einen Lederkoffer – nicht schlecht für damals, aber zu wenig für die Frührente. Nach seinem Karriere-Ende 1956 bei den Fohlen aus Gladbach arbeitet Toni Turek daher als Angestellter für die Düsseldorfer Rheinbahn AG, bis ihn 1973 ein schwerer Schicksalsschlag trifft: eine unerklärbare Krankheit lähmt seine Beine. Elf Jahre später, am 11. Mai 1984, stirbt Toni Turek an den Folgen einer Herzkrankheit und einem Schlaganfall im Alter von nur 65 Jahren. Bei seinem Tod hinterlässt er eine Frau und zwei Kinder. Heute jährt sich der Todestag von Toni Turek zum 25. Mal.
Herbert Zimmermann (* 29. November 1917, † 16. Dezember 1966) übrigens, der Kommentator des WM-Endspiels zwischen Deutschland und Ungarn, handelte sich für seine leidenschaftliche, emotionale Kult-Moderation ordentlich Ärger mit Politik und der Kirche ein. Seine angebliche Gotteslästerung („Turek, Du Fußballgott“) kostete ihn damals beinahe den Job als Sportreporter… andere Zeiten, furchtbare Sitten. Ich wäre heutzutage überglücklich, wieder mal einen richtig mitfiebernden Fußballsprecher zu erleben, anstatt all der aktuellen – zumeist aalglatten und vor allem auf Neutralität und politischer Korrektheit getrimmten – Möchtegern-Moderatoren aus der Konservendose. Sollen sie doch lieber weiter in ihren Talkshows flutschige Langeweile zelebrieren, da kommt man ihnen wenigstens noch aus.
© Andy Ilmberger, Mai 2009







Toni Turek, leider warst du überhaupt nicht meine Zeit
um ehrlich zu sein ich habe noch nicht mal gelebt als du gestorben bist,.. wir haben uns um 2 Jahre verpasst
Aber ich bin sicher du warst ein echter Fußball-Gott
Liebste Grüße an meinen Lieblingsautor