
Goldfinger (Gert Fröbe) erklärt James Bond (Sean Connery) sein neues Laserspielzeug.
„Überlegen Sie sich Ihre nächste geistreiche Bemerkung sorgfältig Mister Bond. Es wird vielleicht Ihre Letzte sein. Der Zweck unserer vorherigen Begegnung ist mir jetzt völlig klar. Ich habe nicht die Absicht, mich von einer weiteren verwirren zu lassen – gute Nacht Mr. Bond!“
„Erwarten Sie von mir, dass ich rede?“
„Nein, Mr. Bond, ich erwarte von Ihnen, dass Sie sterben!“
Auric Goldfinger aus dem dritten und nach ihm benannten James-Bond-Abenteuer „Goldfinger“ (1964) gilt als der Prototyp aller James-Bond-Bösewichte und sämtliche Unholde vor und nach Auric Goldfinger mussten sich an ihm messen lassen. Goldfinger definierte an seinem Handeln aber auch die höchsten Ansprüche: „Der Mensch hat den Mount Everest bezwungen, hat den Grund des Ozeans erforscht, er hat Raketen auf den Mond geschossen, Atome gespalten. Er hat Wunder vollbracht, auf allen Gebieten menschlichen Strebens, nur nicht in der Kriminalität.“ Diesen Makel menschlichen Strebens wollte Goldfinger mit seinem radioaktivem Überfall auf die US-amerikanische Depot-Bank „Fort Knox“ endgültig beseitigen und begeisterte damit ein weltweites Kino-Publikum. Genutzt hatte Goldfinger dieser inoffizielle Ritterschlag als „bester Bösewicht aller Zeiten“ jedoch wenig. Wie alle anderen Gegner Bonds hörte auch Auric Goldfinger am Ende des 007-Streifens die Englein singen… aber immerhin durfte Goldfinger in etwa 10.000 Meter Flughöhe gleich direkt bei den Engelchen aussteigen – schaut es Euch am Besten einfach selbst an.
Verkörpert wurde Goldfinger von einem deutschen Schauspieler, genauer gesagt von einem Sachsen: Karl Gerhart Fröbe war sein Name, besser bekannt als Gert Fröbe. Er kam am 25. Februar 1913 als einziger Sohn eines Schusters und dessen Frau in Planitz bei Zwickau auf die Welt. Seine Theater-Karriere begann Gert Fröbe zunächst eher unspektakulär als Kulissenschieber und Bühnenmaler in Zwickau und Dresden, ehe er sich dann dank absolviertem Schauspielunterricht über diverse Statisten- und Nebenrollen als Schauspieler so langsam einen Namen machte. Während des zweiten Weltkrieges trat Gert Fröbe im „Deutschen Volkstheater“ in Wien auf, nach dem Krieg spielte er dann Kabarett in München. Der Durchbruch beim Film gelang Gert Fröbe 1948 in der Rolle als „Otto Normalverbraucher“ in der Kriegsheimkehrer-Satire „Berliner Ballade“.
International aufmerksam wurde man auf Gert Fröbe, als er neben Heinz Rühmann in dem Film „Es geschah am helllichten Tag“ (1958) den Kindermörder Schrott mimte. Als sich die Bond-Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman an den zu hohen Gagenforderungen von Orson Welles die Zähne ausbissen und 15 weitere Darsteller für die Rolle des Goldfingers bereits erfolglos gecastet hatten, erinnerten sie sich an den deutschen Schwarz/Weiß-Krimi und klopften bei Gert Fröbe an. Dabei zierte sich Fröbe zunächst, die Rolle des Auric Goldfingers anzunehmen, weil diese Art von Film etwas befremdlich auf ihn wirkte. Erst als seine Frau Beate ihn mit dem Argument überzeugte, die Bondfilme von ihrer parodistischen Seite zu sehen, nahm Gert Fröbe das Angebot der Bond-Macher an.

Auric Goldfinger (Gert Fröbe) drehte gerne krumme Dinger!
Und Gert Fröbe sollte seine Entscheidung nicht bereuen. Immerhin erfreute sich Gert Fröbe innerhalb des englischen Filmteams (inklusive des damaligen James-Bond-Darstellers Sean Connery) durch seine Gutmütigkeit größter Beliebtheit, erntete aber zugleich höchsten Respekt für die perfekte Darstellung des skrupellosen Fieslings Goldfinger. Die Bond-Crew dankte es auf ihre Weise. Auf die Frage nach eventuellen Wünschen outete sich Gert Fröbe als großer Fußballfan, in der Hoffnung, hin und wieder mal ein paar Freikarten zu bekommen. Stattdessen stand jeden Samstag vor seinem Hotel ein Rolls Royce samt Chauffeur bereit, um Gert Fröbe zum jeweiligen Spitzenspiel der englischen Premier-League zu kutschieren. Außerdem sahnte Gert Fröbe noch 30 maßgeschneiderte Hemden, Manschettenknöpfe und einen Ring aus Gold sowie internationalen Ruhm und exzellente Kritiken von der englischen Presse ab. So beschrieb etwa der Daily Express den deutschen Mimen als „Jedermanns Lieblingsschurken“ und der Daily Mirror betitelte Gert Fröbe als „den einzigen Deutschen, der in der Lage ist, England zu erobern“. Ähnlich überschwänglich reagierten die US-Amerikaner auf Gert Fröbes Goldfinger, so dass er in Amerika eine eigene Promotion-Tour veranstaltete und als Mr. Goldfinger sogar für General Motors Werbung machen durfte.
In über 125 Spielfilmen wirkte Gert Fröbe mit, darunter 22 englischsprachige, 17 französische und eine japanische Produktion. Namentliche Filmhighlights waren unter anderem „Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten“, „Tschitti Tschitti Bäng Bäng“ oder auch zahlreiche Edgar-Wallace-Verfilmungen („Die 1.000 Augen des Dr. Mabuse“, „Der grüne Bogenschütze“, „Im Stahlnetz des Dr. Mabuse“, „Das Testament des Dr. Mabuse“). Seinen letzten Dreh hatte Gert Fröbe kurz vor seinem Tod im ZDF für die „Schwarzwaldklinik“. Am 5. September 1988 verstarb Gert Fröbe im Alter von 75 Jahren an den Folgen einer Krebs-Erkrankung in München.
© Andy Ilmberger, Februar 2009
P.S.: Der Name Auric Goldfinger ist ein versteckter Wortdoppler. Auric wurde nämlich angelehnt an „Aurum“, das lateinische Wort für Gold. Desweiteren entlarvt der Bond-Titelsong „Goldfinger“ von Shirley Bassey in der Textzeile „Goldfinger – he’s the man, the man with the midas touch …“ ebenfalls, dass eine wahrhaft goldige Legenden-Gestalt zum Namen Goldfinger inspirierte: König Midas, dessen Goldgier alles zu Gold werden lies, was er berührte und deshalb vor vergoldetem Futter zu verhungern drohte. Über dies unkte man damals öffentlich, dass die Gestalt Auric Goldfinger eindeutig Ian Flemings (der Schöpfer von James Bond und all seinen Romanen) Nachbarn Ernö Goldfinger nachempfunden war, ein Architekt, den er offensichtlich wenig leiden konnte. Ernö nahm diese Ähnlichkeit auch sehr persönlich und zog vor Gericht, eine ungenannte Menge an Goldtalern schaffte diesen Twist jedoch wieder aus der Welt.







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sind wir jetzt bei 102
wenn nicht 101
Ich zähle jetzt am Besten selbst mit, damit ich die 250 nicht verpasse
Es ist dir mal wieder sehr gelungen, das Interesse auf diesen Film zu wecken. Vielleicht fang ich doch an sie zu mindest mal zu kaufen, denn beim Media Markt werden grade die Teile 1-15 glaub ich für n Appel und n Ei rausgeworfen ^^
Lieben gruß & Knuddelz
Toller Beitrag !! Ein Hoch auf die Geburtstagskinder vom 25. Februar
Yepp, scheint aus rein künstlerischer Sicht ein ergiebiges Datum zu sein